Neue Studie: Osteopathie bei zervikogenen Kopfschmerzen
Eine 2026 veröffentlichte randomisierte Studie liefert Hinweise auf einen Nutzen osteopathischer Behandlungen bei zervikogenen Kopfschmerzen. Im Mittelpunkt standen Einschränkungen im Alltag und die Beweglichkeit der oberen Halswirbelsäule.
Zervikogene Kopfschmerzen gehen von Strukturen der Halswirbelsäule beziehungsweise des Nackens aus. Das Forschungsteam um Stephan T. Klemm untersuchte 413 Betroffene. An der Durchführung waren 30 osteopathisch Behandelnde in Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt.
Die Teilnehmenden erhielten zwei individuell befundorientierte osteopathische Behandlungen oder eine standardisierte Scheinbehandlung. Der Untersuchungszeitraum betrug rund vier Wochen.
Stärkere Verbesserung in der Osteopathiegruppe
Im Neck Disability Index, einem Fragebogen zu nackenbedingten Alltagseinschränkungen, verbesserte sich die Osteopathiegruppe durchschnittlich um 5,9 von 50 Punkten, die Vergleichsgruppe um 2,5 Punkte.
Die Verbesserung innerhalb der Osteopathiegruppe überschritt damit die von den Forschenden angesetzte Schwelle klinischer Relevanz. Der zusätzliche Vorteil gegenüber der Vergleichsgruppe betrug 3,4 Punkte. Diese Unterscheidung ist für die Bewertung wichtig.
Bedeutung für die Praxis
Die Ergebnisse sind ermutigend, beziehen sich jedoch auf ausgewählte Betroffene und einen kurzen Beobachtungszeitraum. Behandelnde und Untersuchende waren nicht verblindet. Langfristige Wirkungen und eine Übertragbarkeit auf andere Kopfschmerzformen lassen sich daraus nicht ableiten.
Quelle: Klemm ST et al. (2026), Journal of Osteopathic Medicine. Online veröffentlicht am 23. April 2026